Lernreise 2019
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Grundschule auf dem Süsteresch in Schüttorf

Am letzten Tag unserer Reise besuchen wir die Grundschule am Süsteresch in Schüttorf, eine staatliche Grundschule mit ca. 270 Schüler*innen und 50 Mitarbeiter*innen, die im Jahr 2016 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurde. Zum Leitbild der Schule gehören u.a. ein hoher Fokus auf Inklusion, individualisiertes Lernen und das Mitwirken der Schüler*innen in der Schulentwicklung. Es wird sehr viel Wert auf die Schule als Lebensraum und Wohlfühlort gesetzt. Sport und Entspannung werden als fester Bestandteil eines gesunden Tages in den Schulalltag mit eingebunden. ​
Beim betreten des Gebäudes finden wir uns in einem weitläufigen, farbenfrohen Raum wieder, der an ein Atrium erinnert. Dieser Raum ist der sogenannte “Lichtblick”, das Herz der Schule, an dem sich die Wege aller Menschen an der Schule kreuzen und wo gemeinsame Sporteinheiten abgehalten werden.
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Es hängen Fahnen verschiedener Nationen an den hohen Wänden, Computer sind an Säulen plaziert und Tische in Gruppen angeordnet an denen schon Kinder sitzen. Fast vergessen wir, dass wir uns in einer Grundschule befinden. Das passt ganz gut zum Gedanken der Schule sich als Ort des Lebens und Lernens zu sehen. 
Aber warum sind denn überhaupt schon Schüler*innen da und arbeiten oder spielen? Es ist ja gerade mal 7:45 Uhr? Das liegt am gleitenden Unterrichtsbeginn bei dem die Kinder zwischen 7:30 und 7:50 mit eigenem Tempo in den Klassenräumen ankommen können. 
Wir werden nett vom Schulleiter und einem Klassenlehrer in der Schule begrüßt, die uns den Tagesablauf erklären. Im ersten großen Block bis zur Pause erleben wir eine ungewöhnliche, für uns neue Form der Hospitation an die wir uns auch erst einmal gewöhnen müssen. Wir können uns ganz frei in der Schule bewegen, in Klassen und Lernateliers gehen und dort das Geschehen beobachten und Fragen stellen. Die Form der Hospitation kommt daher, dass die Schüler*innen Zeit zur freien Arbeit, die sogenannte Selbstlernzeit, haben, die nach einer kurzen jeweils 10 Minütigen Arbeitsphase in Deutsch und Mathe und – je nach Klasse – einem Sitzkreis beginnt. Jetzt arbeiten die Kinder an frei gewählten Themen oder an individuell an den Lernfortschritt des Kindes angepassten Aufgaben wobei sie von Lehrer*innen begleitet werden. Hierbei dürfen nicht nur wir uns, sondern auch die Schüler*innen sich, frei in der Schule bewegen. Wir sehen Schüler*innen die im Lichtblick an den Computern oder Tischen arbeiten, Schüler*innen die in verschieden Lernateliers ihre Projekte voran bringen oder Schüler*innen die sich einen Teppich auf den Flur gelegt haben und dort ihre Aufgabe bearbeiten. Hierbei fällt uns das forschende Lernen auf wobei die Kinder zu selbstgewählten Themen forschen. Es kommt immer wieder vor, dass Umfragen von Kindern gemacht werden und an Computern sehen wir sie PowerPoint Präsentationen dazu erstellen. Zum Ende der freien Arbeit treffen sich die Schüler*innen für die Präsentationszeit erneut im Sitzkreis. Jetzt kann wer will seinen Mitschüler*innen von den eigenen Lernerfolgen berichten und vorstellen, was bearbeitet wurde. Die Mitschüler*innen und auch die Lehrer*innen kommentieren und loben die Präsentierenden, sodass jeder Fortschritt mit Lob anerkannt wird. Gleichzeitig erhalten die Schüler*innen Feedback und Tipps für ihre weitere Arbeit.
Die freie Arbeit verstärkt die Rolle das Raums als Lehrkraft und in der Grundschule auf dem Süsteresch können wir das besonders gut erleben. Unterrichtsmaterialien sind leicht zugänglich aufbewahrt, und mit Hilfe von Pflanzen und bunten Lehrplakaten an den Wänden wird für eine freundliche Atmosphäre gesorgt. Es gibt einen Malraum und ein Forscherlabor mit vielen Unterlagen zu Themen, die die Schüler*innen selbstständig bearbeiten können. In der Baubude entdecken die Kinder konstruierend, kreativ und vor allem handelnd die Welt von Statik, Symmetrie, Mengen, Dreidimensionalität und logischem Denken. Uns sind zudem einige sehr interessante Aspekte im Gebäude aufgefallen, die helfen, einen Lebensraum zu gestalten. Zum Beispiel gibt es eine Pixiebuch-Tauschstelle, an der Schüler*innen ihre gelesenen
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Bücher gegen andere eintauschen können. Es gibt Frischwasserspender und eine große Infowand, an der Eltern festhalten können, dass ihre Kinder z.B. nachmittags von den Großeltern abgeholt werden. Dadurch bleiben Lehrer*innen auch klassenübergreifend informiert. Auf dem Flur stehen diverse Tische mit weiteren Holzsteinchen, aus denen die Schüler*innen kreative Türme oder Formen bauen können. ​
In und nach der Pause können wir zwei weitere Leitsätze der Schule erkennen und miterleben. Zuerst den der gesunden Schule die Wert auf Bewegung und Entspannung legt. Es gibt zwei große Pausen, in den die Schüler*innen draußen auf dem schön gestalteten Schulhof frische Luft schnappen und durch Bewegung neue Energie schöpfen. Nach der ersten großen Pause finden sich die Schüler*inne außerdem  im Lichtblick ein, und bewegen sich gemeinsam zur Musik, animiert durch Kinder die auf einer Bühne die eigenen Choreographien vortanzen. Die ganze Schule inklusiver der Mitarbeiter tanzt mit. 
Der Zweite Leitsatz den wir erkennen ist der der Mitwirkung und Demokratie. In der Pause sehen wir das an der Schülerpolizei die den Schulhof beaufsichtigt. Nach dem gemeinsamen Tanz können wir außerdem beim Klassenrat zuschauen. In dessen Rahmen können die Schüler*innen vorgefallene Streitigkeiten oder Problematiken im Plenum besprechen und miteinander Lösungsansätze finden. Die Lehrer*innen haben eine begleitende Rolle, und mischen sich nur ein, wenn es wirklich notwendig ist. Der Klassenrat findet für alle Klassen gleichzeitig statt damit auch klassenübergreifende Konflikte gut gelöst werden können. 
Danach treffen wir uns mit zwei Lehrer*innen in einem Klassenraum, die uns mit Hilfe einer PowerPoint Präsentation noch mehr über die Schule und ihre Entwicklung erzählten, ihren Arbeitsalltag erläuterten, und ein offenes Ohr für unsere Fragen haben. Vollgefüllt mit vielen Eindrücken und Ideen verlassen wir die Schule beginnen noch auf dem sonnenüberfluteten Schulhof bei einem Mittag-/Resteessen und Kaffee vom Hausmeister den ersten Teil unserer Reflexion, die stille Diskussion. Doch so langsam müssen wir uns wieder auf die Rückkehr nach Bremen einstellen. 

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